Leonie Herrmann und die drei Ausrufezeichen

von Gisela Büdel

Schulentscheid im bundesweiten Vorlesewettbewerb / Leonie Herrmann (Steinfeld) liest am besten

„60 Jahre Vorlesen und kein Ende“ überschrieb der Börsenverein des Deutschen Buchhandelns den Vorlesewettbewerb 2018, in dem Leonie Herrmann als Schulsiegerin der Lohrer Realschule punktete. Die zwölfjährige Steinfelderin überzeugte am Mittwochnachmittag mit Lesetechnik, Lesefreude und Textverständnis die Jury und 50 Zuhörer aus der Schulfamilie.

 

„Bücher sind wie Kekse! Hat man einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören, sie zu verschlingen.“ Mit dem Zitat von „Vorab lesen“ eröffnete die stellvertretende Schulleiterin Nicole Wirth den Wettbewerb im historischen Musiksaal. „Gewiss kennen die jungen Leser das Gefühl, wenn man Bücher und Kekse gleichermaßen verschlingen mag“, wandte sich Wirth mit einem Augenzwinkern an die Schüler der sechsten Jahrgangsstufe. Ebenso passe die Erkenntnis „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“ in vielerlei Lebenssituationen. Wirth dankte den Deutschlehrkräften Samantha Sauerbier, Sabrina Merz und Diana Walter für den klasseninternen Vorentscheid und ihr Engagement rund um den Wettbewerb. Innerhalb der drei Klassengemeinschaften waren als beste Vorleser nominiert worden: Sophie Ott (Lohr-Wombach), Klasse 6a; Linus Müller (Wiesthal), 6b und Leonie Herrmann (Steinfeld), 6c. Zu lesen waren jeweils ein eigener Wunsch- und ein Überraschungstext aus „13 Weihnachtstrolle machen Ärger“ der Autorin Sabine Ständig. In der Jury saßen: Sylvia Rosenberger (Leiterin der Stadtbibliothek Lohr), Elternbeiratsvorsitzender Michael Hoffmann, Pia Konopik-Schwarzkopf (Schriftführerin des Fördervereins), Konrektorin Nicole Wirth und Deutschlehrerin Martha Rieger. Bewertet wurden Lesetechnik und deutliche Aussprache, stimmliche Möglichkeiten und sinngemäße Betonung, Textgestaltung und –verständnis. Kurz vor 15 Uhr stand das Ergebnis fest: Als stärkste „Wortakrobatin“ siegte Leonie Herrmann mit ihrem Text aus Mira Sols Detektivgeschichten für clevere Mädchen „Die drei !!!“. Aufgrund gleich guter Leistungen teilten sich Sophie Ott („Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer), und Linus Müller (Enid Blyton: „5 Freunde“) Platz zwei. Das Vorlese-Trio freute sich über Siegerurkunden, von der „Bücherecke Lohr“ gestiftete Buchpreise, Stadtbibliotheks-Präsente und gefüllte Weihnachtskugeln. Anfang 2019 heißt es „Daumen drücken“ für Leonie Herrmann und ihre Qualifikation beim Kreisentscheid in Karlstadt.

 

Mit dem Lieblingsbuch zum Sieg: Leonie Herrmann (vorne v. l.) gewann den Vorlesewettbewerb der 6. Klassen. Jeweils Platz zwei belegten Linus Müller und Sophie Ott. Aufmerksame Zuhörer waren (2. Reihe v. l.) Schulleiter Alexander Lutz, Elternbeiratsvorsitzender Michael Hoffmann, Pia Konopik-Schwarzkopf vom Förderverein sowie (3. Reihe v. l.) Konrektorin Nicole Wirth mit den Deutschlehrerinnen Diana Walter, Sabrina Merz, Samantha Sauerbier und Martha Rieger.

 

Hintergrund

60 Jahre Vorlesen

Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet. Deutschlands größter Lesewettstreit will Kinder ermuntern, sich erzählender Literatur zu widmen und aus ihrem Lieblingsbuch vorzulesen. In Zusammenarbeit mit Büchereien, Schulen, Buchhandlungen und kulturellen Einrichtungen geht er heuer in die 60. Runde. Unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten beteiligen sich jährlich 600.000 Kinder der sechsten Klassen aus rund 7.500 Schulen aller Schularten. Die traditionsreiche Leseförderung führt über den Schulentscheid, Stadt- bzw. Kreis-, Bezirks- und Landesebene bis zur Ermittlung der Bundessieger.

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