Planspiel

von Nikola Schaupp

"Der Landtag sind wir"

In diesem Jahr feiert Bayern mit seinem Motto „Wir feiern Bayern“ gleich zwei große Jubiläen: Die Bayerische Verfassung begeht ihren 200. und der Freistaat Bayern seinen 100. Geburtstag. Anlässlich dieser Jubiläen, haben am Montag, den 19.02.2018 alle Schüler der vier 10. Klassen an dem Planspiel „Der Landtag sind wir“ teilgenommen. Ziel war es, dass wir, als Schüler, die parlamentarischen Arbeitsabläufe so realistisch wie möglich selbst erleben, um diese besser nachvollziehen zu können. Wie wird ein Gesetz verfasst? Wie läuft die Arbeit in den Ausschüssen ab? Wie organisieren die Fraktionen Mehrheiten? Wie argumentiert man im Plenum? Auf all diese Fragen bekamen wir sehr gute Antworten und gewannen vor allem interessante Einblicke in den Arbeitsalltag eines Abgeordneten.

Nach einer kurzen und freundlichen Begrüßung durch Studenten und einem Dozenten der Universität München wurde uns der Ablauf des Vormittages kurz dargestellt. Um Missverständnisse während des Planspiels zu vermeiden, wiederholten wir gemeinsam wichtige Begriffe aus dem Sozialkunde-Unterricht, wie z.B. „Fraktion“, „Plenum“ und „Ausschuss“.

Nach dieser Einführung bekam jeder Schüler eine farbige Mappe ausgehändigt und wurde auf diese Weise einer der vier Fraktionen (CSU, SPD, Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen) zugeteilt. Damit wir uns besser in die Rolle eines Abgeordneten hineinfinden konnten, durften wir uns einen Rollennamen überlegen und erhielten in den Mappen Informationen über unseren „derzeitigen Lebensstand“ (z. B.: Sie sind 43 Jahre alt, leben mit ihren Kindern in München und haben Lehramt studiert.) Nun stand die erste Fraktionssitzung auf dem Plan. Es wurden die Fraktionsvorsitzenden gewählt, die Ausschussvorsitzenden bestimmt und der vorliegende Gesetzesentwurf der Freien Wähler zum Thema „ Übermäßiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen“ diskutiert.

Nachdem im Plenum in der konstituierenden Sitzung schließlich der Ministerpräsident gewählt und die erste Lesung mit Vorstellung des Gesetzesvorschlags in der Aula stattgefunden hat, wurde die weitere Arbeit an die Ausschüsse überwiesen. Dort wurde der Gesetzentwurf dann sozusagen „abstimmungsreif“ gemacht. In der anschließend anstehenden 2. Lesung wurde dieser ausführlich besprochen, der Entwurf der Freien Wähler fast komplett gekippt und sich darauf geeinigt, Aufklärungsunterricht über Alkohol als eigenständiges Fach in den bayrischen Schulen einzuführen.

Neben den Abgeordneten im Landtag, welche die meisten Schüler verkörperten, wurden zudem sechs Schüler im Vorfeld ausgewählt, um das Presseteam zu mimen und die Moderation des Gesprächs mit dem Abgeordneten am Ende des Vormittags zu übernehmen. Ich durfte Teil dieses Teams sein. Unsere Aufgabe war es, die Abgeordneten zu interviewen, in die Fraktions- und Ausschusssitzungen hineinzuschauen und diese bei ihrer Arbeit zu beobachten. Sehr interessant war es, zu sehen, welche Meinungen und Ideen meine Mitschüler beim Durchdenken des Gesetzesentwurfes und den durchaus real wirkenden Sitzungen und Debatten einbrachten. Es wurden Zeitungsartikel, Twitter- und Facebookbeiträge verfasst, in welchen die Abgeordneten wie im wirklichen Leben auch einmal kritisch und sarkastisch aufs Korn genommen wurden. So konnte ich teilweise amüsante Berichte und „Skandale“ verfassen, welche wir im gesamten Schulhaus verteilten. Dadurch konnte ich über einige Fraktionen und zum späteren Zeitpunkt auch bei den Ausschüssen gute Eindrücke mitnehmen.

Am Ende des Planspiels kam MdL Thorsten Schwab, ein Abgeordneter der CSU zu Besuch an unsere Schule und schaute uns bei der Ausschusssitzung der CSU und der 2. Lesung mit abschließender Abstimmung über das Gesetz über die Schulter. Wir bekamen in einem gemeinsamen Gespräch die Möglichkeit, zu erfahren, dass im Bayerischen Landtag tatsächlich auch sowohl in den Fraktions- und Ausschusssitzungen, als auch in Plenum häufig hitzige Debatten geführt werden. Außerdem konnten wir viele Fragen stellen zu aktuellen politischen Themen und viel über den Arbeitsalltag eines Landtagsabgeordneten erfahren.

Abschließend kann ich sagen, dass dieser Tag sehr informativ war und wir Schüler dadurch sehr viele realistische Situationen durchspielt haben. Das Team der Uni München war immer sehr hilfsbereit und hat jederzeit konkrete Antworten auf die von uns gestellten Fragen parat gehabt. So ließen sich manchmal unverständliche Dinge einfach klären. Das Planspiel kann ich somit auf alle Fälle für die kommenden 10. Klassen weiterempfehlen.                  

Vanessa Daiss, 10d


Auch die örtliche Presse war vor Ort und schaute uns beim „politischen Wirken“ über die Schulter

(siehe: Zagel, Frank: Schüler im Planspiel: „Der Landtag sind wir“ in: Main Post vom 19.02.2018 [Zuletzt abgerufen am 16.03.2018]).

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