„Schnapp sie dir“

von Gisela Büdel

Vierter Berufsinformationstag: 29 Firmen und Institutionen stellen sich Lohrer Realschülern vor

L o h r .   Bewerbe ich mich nach dem Realschulabschluss um eine Lehrstelle? Bereite ich mich in der Fachoberschule auf das Studium vor? Antworten darauf gab der vierte Berufsinformationstag der Realschule Lohr für die 8. und 9. Jahrgangsstufen. 200 Schülerinnen und Schüler nutzten am Donnerstag die Chance zur beruflichen Orientierung.

Ansprechpartner für die Jugendlichen waren 29 Firmen und Institutionen. Mit dem Slogan „Schnapp sie dir“ warb Projektleiter Karl-Heinz Baumeister (Handwerkskammer Unterfranken) für das Handwerk. Thema war das „Ausbildungsmatching“, sprich passgenaues Zusammenbringen von Lehrstellenbewerbern und ausbildungswilligen Unternehmen. Orientierungshilfe zum Beruf des Polizeibeamten in der 2. und 3. Qualifikationsebene gab Einstellungsberater Harald Hafermalz (Aschaffenburg). Karriereberaterin Ursula van den Berg referierte über Chancen in 60 Bundeswehrberufen, ob als Soldat/in der Streitkräfte oder ohne Uniform im zivilen Bereich von Technik und Verwaltung.

Dass man sich in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie für einen von 60 Fachrichtungen entscheiden kann, hörten die Schüler von Nicole Riedel und Patrick Stahl von der „Ausbildungsoffensive Bayern“ (Nürnberg). Wertvolle Tipps zum Vorstellungsgespräch und den Berufswahltest hatte Frank Mähler von der Agentur für Arbeit im Gepäck. Wer eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege anstrebt, war beim Vortrag der Berufsfachschule für Krankenpflege des BKH Lohr richtig. Dass die dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger 2.100 Theorie- und 2.300 Praxisstunden beinhaltet, wusste Pflegepädagogin Daniela Hünlein vom Klinikum Main-Spessart. Den „Notfallsanitäter“ stellte das Rote Kreuz vor.

Was erwartet mich in der Ausbildung zur Hotel- oder Restaurantfachfrau? Dass dies die Basis für 111 Berufe mit weltweiter Jobgarantie sein kann, erfuhren die Schülergruppen von Katja Bundschuh vom gleichnamigen Lohrer Hotel. Im Aufgabenkatalog der Holzbearbeitung blätterte Diana Paul vom Furnierwerk Mehling &Wiesmann (Lohr). Ihr Thema war die Verarbeitung heimischer Hölzer und das Berufsbild des Holzbearbeitungsmechanikers. Antwort auf die Frage „Wie werde ich Bauzeichner in der Fachrichtung Architektur?“ gaben Vertreter der Firma Sorg (Lohr).

Das Sprungbrett für die berufliche Karriere kann auch der Technische Produktdesigner oder die Industriekauffrau bei Warema (Marktheidenfeld) sein. Über Verfahrensmechanik und Glastechnik gab Annett Keinert von Gerresheimer Lohr Auskunft.

Dass der Beruf „Bankkaufmann/frau“ mehr als nur „Krawatte“ ist, erklärten Referenten der Raiffeisenbank Main-Spessart und Sparkasse Mainfranken. Der „Business-Knigge“ von Michael Kohrmann (Barmer GEK Lohr) machte fit für Benimmregeln im künftigen Job. Besonders die Jungen interessierten sich für den „Kfz-Mechatroniker“ der Firma Grampp, vorgestellt von Hans Burkard.

Was verbindet Sophie Ullrich, Theresa Schindler, Michelle Rüppel, Nico Greser und Fabian Baldauf? Sie sind Auszubildende aus drei Lehrjahren bei Bosch Rexroth. Mitgebracht hatten sie Werkstücke wie Batterietester oder eine Fräsübung und das traditionelle Kreativprojekt „Holzschale“.

Laut Schulleiterin Doris Illig soll der Berufsinformationstag auch 2016 wieder auf dem Stundenplan stehen. Voll des Lobes war Illig für den reibungslosen Ablauf, den Studienrätin Dorothee Steinbach organisiert hatte. Die Schülerinnen und Schüler selbst hätten das Angebot interessiert und diszipliniert genutzt. Zur Optimierung erhielten die Klassen den Rückmeldefragebogen „Sagt uns eure Meinung“.

Gisela Büdel

Von der Glasschmelze zum Endprodukt: Laut Annett Keinert von Gerresheimer (Lohr) gilt der „Verfahrensmechaniker Glastechnik“ als Herzstück der Firma.

„Ausbildungsmatching“: Jugendliche Lehrstellenbewerber mit ausbildungswilligen Unternehmen, Firmen und Betrieben passgenau zusammenzufügen, ist die Aufgabe von Karl-Heinz Baumeister (Handwerkskammer Unterfranken).

Der Wunschberuf in greifbarer Nähe: Theresa Schindler, Sophie Ullrich und Michelle Rüppel (v. l.), Auszubildende bei Bosch Rexroth, gaben Realschülerinnen Einblick in ihre Lehrzeit.

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