Shalom heißt auch "Hallo"

von Eva Schürmann

Besuch der Synagoge und des Museums SHALOM EUROPA und der Residenz Würzburg

Mit vielen Fragen im Rucksack starteten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen auch in diesem Jahr Mitte Februar ihren Unterrichtsgang ins jüdische Zentrum Shalom Europa mit dem angeschlossenen Museum und der Synagoge. So wollten sie wissen: Wie sieht die Synagoge von innen aus? Wie lange dauert es, eine Thorarolle zu schreiben? Welche Feste feiern Juden und gibt es Parallelen zu unseren christlichen Feiertagen? Begleitet von den Religionslehrkräften Herrn Pollin, Frau Schürmann und Frau Spall freuten sie sich auf Antworten aus erster Hand, um den im Unterricht gelernten Stoff im Gespräch vor Ort mit Leben zu erfüllen und zu vertiefen.

 

Um 8:00 Uhr starteten wir mit dem Bus in Richtung Würzburg, natürlich bestens informiert aus dem Religionsunterricht, um mit Begriffen wie Menora, Bar Mizwa, Toraschrein oder Jad umgehen zu können. Drei ehrenamtliche Museumsführer begrüßten uns im SHALOM Europa und führten uns anschließend in Gruppen durch das Museum und die Synagoge. Das schon traditionelle Schmunzeln der Jungen beim Aufsetzen der Kippas, der traditionellen Kopfbedeckung für Männer in der Synagoge, war auch in diesem Jahr nur von kurzer Dauer. Zu interessant war der Innenraum, wo die Kinder all das, was sie aus dem Unterricht nur theoretisch kannten, nun auch „live und in Farbe“ sehen konnten. Im Museumsbereich waren die Schülerinnen und Schüler vor allem an den Thorarollen, ihrer Herstellung und dem Gebrauch interessiert. Weitere gehaltvolle Informationen gab es zu jüdischen Festen, der Tora und der Geschichte der Juden in Würzburg.

 

Die knapp zwei Stunden vergingen rasch, bei manchen Schülern ließ nun die Konzentration nach. Dem einen oder anderen knurrte auch der Magen, so dass auf dem kurzen Fußweg von der Synagoge zur Residenz die mitgebrachten Leckereien vertilgt wurden.

 

In der Residenz angekommen gefielen den Kindern zunächst die Größe und Deckenhöhe der Räume. Die Deckenfresken des Malers Tiepolo (inklusive der gemalten Fehler, die sie zu finden hatten) und die Stuckarbeiten von Antonio Bossi wurden eingehend betrachtet. Wieder einmal war der Spiegelsaal ein Höhepunkt der Führung: „Ist das alles echtes Gold? Und wie hat man diese ganzen Spiegel hier angebracht?“ waren typische Fragen – so erfüllt der Raum auch heute noch dieselbe Funktion wie zur Bauzeit: Er beeindruckt mit seinem Prunk. Dank der humorvollen und schülergerechten Aufarbeitung verging auch hier die Zeit ziemlich schnell und nach einem kurzen Blick in die übrigen Gästegemächer der Residenz wartete schon der Bus, um uns zurück nach Lohr zu bringen.

 

P.S. „Shalom“ heißt nicht nur „Hallo“, sondern auch „Frieden“, der für alle Menschen so wichtig ist, über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg.

 

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