"Shalom" heißt auch "Hallo"

von Eva Schürmann

6. Klassen zu Besuch in "Shalom Europa" und in der Residenz in Würzburg

Pünktlich öffneten sich die Türen des Zentrums Shalom Europa, um die über 60 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen und ihre Lehrkräfte Frau Walter, Herrn Pollin und Frau Schürmann einzulassen. Mit einem freundlichen "Shalom" wurden wir von den drei ehrenamtlichen Museumsführern begrüßt.

 

Eineinhalb Stunden lang war Gelegenheit, schon Bekanntes aus dem Unterricht wiederzuentdecken ("Wozu sind die Kästchen an den Türen? Wie wird eine Thorarolle hergestellt?"), Neues zu erfahren ("Wie feiern Juden ihre Hochzeit?") und über so manche Besonderheit des jüdischen Glaubens nachzudenken. Sehr interessiert verfolgten die Kinder die Erklärungen und wurden viele der Fragen los, die ihnen unter den Nägeln brannten.

Insbesondere die Synagoge interessierte die Sechstklässler besonders, auch wenn den Jungen das Bedecken des Kopfes mit einer Kippa oder auch einer mitgebrachten Kopfbedeckung zunächst ungewohnt war. Wie in der Würzburger Gemeinde üblich, betraten die Mädchen zunächst den Bereich der Frauen und erlebten, wie die Trennung sich auf die Aufmerksamkeit auswirkt (in diesem Falle positiv!). Die übriggebliebenen Fragen können nun im religions- und Ethikunterricht weiterbehandelt und vertieft werden und sind mit Bildern im Kopf verknüpft. Um das ganze Museum anzuschauen und alle Fragen zu beantworten, wäre wieder einmal deutlich mehr Zeit nötig gewesen. Andererseits machten die vielen Erfahrungen auch hungrig und durstig: eine kleine Pause war nötig!

 

Auf dem Weg zur Residenz wurden die mitgebrachten und verteilten Pausenbrote, Süßwaren und Getränke verputzt, bevor uns der zweite Höhepunkt des Tages erwartete: die Residenz, ehemaliger Sitz der Würzburger Fürstbischöfe und Weltkulturerbe.
Auf dem Weg durch das imposante Treppenhaus suchten die Schüler nach Fehlern in den Freskenmalereien des berühmten Malers Tiepolo und waren verblüfft von den gestalterischen Fähigkeiten des Stukkateurs Bossi im weißen Saal. So manches Mädchenherz schlug schneller bei der Vorstellung: "Wenn ich mal heirate, dann will ich im weißen Kleid diese Treppen herunterschweben..."  Auch der Kaisersaal und die Gastgemächer beeindruckten die Kinder mit ihrem Prunk sehr.

 

Pünktlich um 13 Uhr startete der Bus zurück in Richtung Lohr nach einem Vormittag mit sehr vielen unterschiedlichen Eindrücken, die uns - sicher nicht nur in der Schule - noch eine Weile beschäftigen werden.



Am Ende des Schuljahres werden die 7. Klassen noch wie jedes Jahr die Moschee in Lohr besuchen, um ihr Wissen über den Islam zu festigen und persönliche Kontakte zu knüpfen.
Die katholische Stadtpfarrkirche St. Michael und die evangelische Auferstehungskirche werden Ziel der 5. Klassen sein, wodurch das Erlebnis von „Kirche vor Ort“ und dadurch auch die persönliche Erfahrung mit den Gotteshäusern der drei monotheistischen Religionen komplettiert werden.

 

Eva Schürmann

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