Und dann kam Alex

von Katja Spall

Das Theaterensemble Radiks zu Besuch an der GLRR

Am 26.01.2017 besuchte das Theaterensemble Radiks aus Berlin die 7. und 8. Klassen der Georg-Ludwig-Rexroth Realschule Lohr mit der Produktion: Und dann kam Alex von Karl Koch.
Dieses fiktive Arrangement ist ein Theaterstück zum Thema Gewalt, Mobbing und Bullying unter Jugendlichen. Als Schule aber besonders als Schule mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beschäftigen uns diese Themen immer wieder – in präventiver Weise aber auch persönlich. Deshalb geht an dieser Stelle der große Dank an den Elternbeirat und den Förderverein, die sich sehr großzügig an den Kosten beteiligt haben.
Das Stück beginnt mit dem letzten Bild der Erzählung: Alex, verzweifelt, mit einer Waffe in der Hand, beschließt seinem Leben ein Ende zu setzten. In dem Moment setzt ein „Zeitsprung“ ein, der ihn Monate zurückversetzt und seine Geschichte erzählt. Somit führt der Hauptdarsteller -  bei uns Tim Engemann – die Zuschauer als Erzähler durch seine eigene Geschichte. Mit auf der Bühne steht Romana Schneider, die in mehreren weiblichen Rollen den Gegenpart übernimmt. Der Inhalt der Stücks ist folgender:
Alex, ein 17-jähriger Schüler, wurde nach eigenen Aussagen über Jahre hinweg von Mitschülern gemobbt und gedemütigt. Um diesen zu imponieren, schlägt er – als Mutprobe – einen wehrlosen, älteren Mann. Alex weiß nicht, dass seine „Mutprobe“ gefilmt und per Handy an andere Mitschüler gesendet wurde. Das Video wird von einem Lehrer der Schule entdeckt. Alex soll daraufhin zum Direktor der Schule, er erkennt aber aus Andeutungen der Mitschüler, weshalb er zum Direktor gerufen wird und flüchtet. Am gleichen Abend besorgt er sich eine Waffe und begibt sich am nächsten Tag in die Schule. Dort will er erreichen, dass einige Mitschüler gestehen, ihn gezwungen zu haben, den Mann zu schlagen und dass sie ihn jahrelang gedemütigt haben. Sein Vorhaben misslingt und die Ereignisse eskalieren weiter. Alex verletzt die Sekretärin mit der Waffe, glaubt sie getötet zu haben und verschließt sich mit einigen Mitschülern und Lehrern im Sekretariat der Schule. Nach einigen Stunden der Geiselnahme beschließt er, sich das Leben zu nehmen. Hier setzt das eigentliche Stück an: Alex beginnt zu erzählen.
In der Art eines Stationendramas führt Alex die Zuschauer in seine Welt. Eine Welt, die einerseits geprägt ist durch die Suche nach Nähe und Anerkennung, andererseits aber durch Sprachlosigkeit und Ignoranz. (Auszug aus dem Begleitmaterial des Ensemble Radiks, Berlin)
Im Anschluss an die Aufführung fand ein Gesprächsaustausch mit den Schauspielern statt, bei dem deutlich wurde, dass nur das genaue Hinschauen und gegenseitige Achtsamkeit solche Situationen verhindern können.

K. Spall

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