Unsere Schulsanitäter

Die Schulsanitäter bitte ins Krankenzimmer kommen - Schulsanitäter bitte ins Krankenzimmer!”
Mit dieser Durchsage beginnt seit Anfang dieses Schuljahres einer der vielen kleineren oder größeren Einsätze unserer aktiven Schulsanitäter. Oft war allerdings in letzter Zeit der Geräuschpegel während der Pausen, in denen die meisten unserer Einsätze von unseren lieben Mitschülern „vorbereitet“ werden, so hoch, dass unser Team nun auf Walkie-Talkie-Verständigung umgestiegen ist. Die Durchsage ist aber auch hier die Gleiche. Was das Team, immer bestehend aus drei Schülern, dann erwartet, bleibt dem Zufall überlassen: Mal sind es „nur“ kleinere Blessuren oder Beulen - „da war mal was mit einem Laternenpfahl, der beim Fangen partout nicht ausweichen wollte“. Ein anderes Mal ist einem Schüler einfach nur gehörig übel. Aber es kann auch Ernsteres vorkommen, nämlich eine Kopfverletzung mit Ohnmacht, ein Knochenbruch, eine Essensvergiftung, oder noch schmerzhafter, eine ausgerenkte Schulter. Neben den zwei großen Pausen ist auch der Sportunterricht ein „guter Lieferant“ von Einsatzfällen, der Chemieunterricht dagegen, wie eigentlich vermutet werden könnte, eher weniger :) Trotzdem muss gerade die Chemie zu Übungszwecken öfter mal herhalten - welcher „echte Sani“ übt nicht gerne mit Giften und Explosionen? Im Alltag hatten wir solche extremen Fälle aber noch nie und so können die meisten unserer Schüler zum Glück oft wieder in den Unterricht zurückkehren - nur selten muss(te) einmal der Rettungsdienst dazu gerufen werden.

Doch selbst auf solche Ernstfälle ist unsere Sanitätsteam gut vorbereitet. Die Ausbildung eines Schulsanitäters ist nämlich sehr gründlich und intensiv: Interessierte Schüler der 6. - 8. Klassen melden sich zu Schuljahresanfang und werden dann in einem 16-stündigen Kurs in allen Methoden der Ersten Hilfe unterwiesen. Dieser Kurs wird durch Übungsstunden ergänzt und endet mit einer mündlichen und praktischen Prüfung. Danach beginnt die tägliche Routine, wobei immer von einem Dreierteam einmal pro Woche ein Einsatztag abgeleistet wird. Am Morgen holen sich die jeweiligen Einsatzsanitäter ihre Walkie-Talkies gegen Unterschrift im Sekretariat ab, wo sie dann nach der letzten Unterrichtstunde wieder auf den Ladestationen „übernachten“. Im Einsatzfall kümmern sich die ersten zwei Sanitäter, die das Krankenzimmer erreichen, um den Verletzten , während der dritte als Bote zwischen Krankenzimmer und Sekretariat oder Rettungsdiensteinweiser fungiert.

Da solche Einsätze aber zum Glück nicht alltäglich sind, unser angeeignetes Wissen aber in ruhigeren Phasen des Schuljahres nicht einrosten soll, treffen sich die aktiven Schulsanitäter nach Ausbildungsende immer noch regelmäßig einmal im Monat zu einer Übungsstunde. Zusätzlich nehmen sie auch an Wettbewerben teil, führen Übungen am Schnuppernachmittag oder Schulfest vor (mit realistisch und teilweise gruselig geschminkten Verletzungen), helfen bei der Ausbildung der Neuen und „schieben“ einfach nur bei Schulveranstaltungen Dienst. Und langweilig ist so ein Dienst gar nicht: Bei so vielen Menschen auf engem Raum gibt es immer hier und da eine kleinere Verstauchung oder einen eingeklemmten Finger. Aber selbst, wenn nur ein Pflaster aufgeklebt werden muss oder ein Sanitäter gar als „Wegweiser“ im Wirrwarr des Schulhauses genutzt wird, die schiere Anwesenheit des Teams sorgt oft für ein Gefühl der Sicherheit. Und das ist auch unser Motto: Stetig wachsam und immer hilfsbereit hinter den Kulissen aktiv, das sind die Schulsanitäter der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule Lohr.