Einblick in eine besondere Gemeinschaft
von Melanie Sander
– Exkursion der Sozialwesenklassen ins SOS-Kinderdorf Hohenroth
Am 17. Juli 2025 unternahmen die Klassen 8c und 9c der Realschule Lohr gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Seher, Herr Pollin und Frau Sander eine eindrucksvolle Exkursion zur SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth bei Rieneck. Die Fahrt stand ganz im Zeichen des Fachs Sozialwesen und bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eine besondere Lebens- und Arbeitsgemeinschaft hautnah kennenzulernen.
Das ehemalige Hofgut auf der Bergkuppe über dem Sinngrund ist heute Heimat für geistig und körperlich beeinträchtigte Menschen. In insgesamt 19 Wohnhäusern leben die Bewohnerinnen und Bewohner in familienähnlichen Strukturen zusammen. Was sofort auffiel: Hier wird Gemeinschaft nicht nur großgeschrieben – sie wird gelebt. Ob in der Landwirtschaft, den Werkstätten oder im liebevoll geführten Dorfcafé – jeder trägt auf seine Weise zum Leben und Arbeiten in Hohenroth bei.
Der Rundgang durch die Dorfgemeinschaft war für alle Beteiligten ein echtes Highlight. Besonders beeindruckend war die Nähe zu den Tieren in den Stallungen: Kühe, Pferde und Ziegen konnten nicht nur beobachtet, sondern auch gestreichelt werden. Für viele war dies ein unvergessliches Erlebnis. Auch die Einblicke in die verschiedenen Werkstätten wie Schreinerei oder Weberei hinterließen einen bleibenden Eindruck – hier werden traditionelle Handwerke nicht nur erhalten, sondern mit großer Sorgfalt gepflegt und weitergegeben.
Ein besonderes Augenmerk galt den Erzeugnissen der Dorfgemeinschaft. In Gärtnerei, Bäckerei, Molkerei und Konditorei entstehen hochwertige, oft Demeter-zertifizierte Produkte, die für ihre Qualität und Regionalität bekannt sind. Wer die Gelegenheit hatte, sich im Naturkostladen umzusehen, konnte diese Vielfalt aus nächster Nähe bestaunen.
Zum Abschluss dieses lehrreichen Vormittags versammelten sich alle im Haus der Begegnung, wo ein 15-minütiger Film noch einmal die Hintergründe und das Leitbild der SOS-Dorfgemeinschaft verdeutlichte. Die bewegenden Eindrücke des Tages fanden so einen runden Abschluss, bevor sich die Gruppe bei selbstgebackenem Kuchen und regionalem Eis im gemütlichen Dorfcafé stärken durfte.
Die Exkursion war nicht nur ein informativer Ausflug, sondern auch eine wertvolle Begegnung mit gelebter Inklusion und menschlicher Wärme – ein Erlebnis, das sicherlich noch lange nachwirken wird.

