Mittelalter-Alarm! Die 7c und 7d stürmen Regensburg
von Julia Götz
Schon die Römer erkannten die Bedeutung dieses besonderen Ortes an der Donau und errichteten hier das Legionslager Castra Regina – eine gewaltige Grenzfestung des Römischen Reiches, deren Spuren noch heute in den Mauern der Altstadt verborgen liegen. Wer durch die engen Straßen geht, wandelt auf Wegen, die bereits vor fast 2000 Jahren betreten wurden.
Doch Regensburg erzählt nicht nur von den Römern. Im Mittelalter wurde die Stadt zu einem mächtigen und reichen Zentrum von Handel, Macht und Kultur. Prächtige Patrizierhäuser, die ehrwürdige Steinerne Brücke und der imposante Dom zeugen bis heute vom Glanz dieser Epoche. Kaum eine andere deutsche Stadt bewahrt ihr mittelalterliches Gesicht so eindrucksvoll wie Regensburg – deshalb wurde die Altstadt von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet.
Im Rahmen ihrer Klassenfahrt vom 13. – 17. April 2026 konnten auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7c und 7d den Zauber dieser außergewöhnlichen Stadt erleben. Mit großer Neugier, Teamgeist und Entdeckerfreude absolvierten sie spannende Actionbounds durch die historische Altstadt. Selbst als Dombaumeisterinnen und -meister durften sie sich versuchen.
Mitten im Herzen der Altstadt von Regensburg erhebt sich das Alte Rathaus – ein Gebäude, in dem über Jahrhunderte hinweg Geschichte geschrieben wurde. Hier tagte einst der berühmte Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches. Schon die alten Mauern, schweren Holztüren und ehrwürdigen Säle versetzten die Klassen 7c und 7d unmittelbar in vergangene Zeiten. Besonders beeindruckend war der historische Reichssaal, in dem einst Gesandte und Fürsten aus ganz Europa über Krieg, Frieden und Politik berieten. Am stärksten aber blieb vielen der Gang in die sogenannte „Fragstatt“ im Gedächtnis – die original erhaltene mittelalterliche Folterkammer im Keller des Alten Rathauses. Die dunklen Räume, engen Gefängniszellen und historischen Folterinstrumente machten deutlich, wie grausam Rechtsprechung im Mittelalter oft war und wie sehr sich unser Verständnis von Gerechtigkeit bis heute verändert hat.
Auch gemeinsame Freizeit und jede Menge Spaß kamen während der Fahrt nicht zu kurz. Beim Bowling zeigten die Schülerinnen und Schüler der 7c und 7d großen Ehrgeiz, Geschick und vor allem viel Humor. Mit lautem Jubel wurden Strikes gefeiert, missglückte Würfe lachend kommentiert und so mancher überraschende „Bowling-Profi“ entdeckt. Der Abend stärkte nicht nur den Teamgeist, sondern sorgte auch für viele unvergessliche Momente außerhalb der historischen Mauern Regensburgs.
Ein weiteres Highlight war die Strudelfahrt auf der Donau. Während das Schiff gemächlich über das Wasser glitt, bot sich den Schülerinnen und Schülern ein beeindruckender Blick auf die Silhouette der historischen Stadt mit ihren Türmen, Brücken und alten Gebäuden. In entspannter Atmosphäre konnten alle ihre erfrischenden Getränke und ein leckeres Eis genießen und die besondere Stimmung auf dem Wasser erleben. Zwischen Gesprächen, Lachen und dem Blick auf die vorbeiziehende Kulisse wurde auch diese Fahrt zu einem besonderen Erlebnis, das die gemeinsamen Tage in Regensburg wunderbar abrundete.
Als an unserem letzten Tag die Abenddämmerung über Regensburg hereinbrach und der Himmel sich langsam in ein tiefes Rot färbte, versammelten sich die Schülerinnen und Schüler der 7c und 7d um ein knisterndes römisches Lagerfeuer. Für einen Moment schien es, als hätte sich die Zeit zurückgedreht – zurück in jene Epoche, in der römische Legionäre an den Grenzen des Imperiums Wache hielten und Geschichten unter dem Sternenhimmel erzählten.
Doch bevor das Feuer zum gemütlichen Mittelpunkt des Abends wurde, führten unser äußerst lebendiger Guide und seine Gehilfin die Gruppe in die religiöse Welt der alten Römer ein. In einer feierlichen Zeremonie, wie sie einst vor wichtigen Ereignissen üblich war, wurden alte Rituale nachgeahmt. Mit eindrucksvollen Worten, symbolischen Gesten, etwas Dekoration und großer Begeisterung ließ er die alten Traditionen wieder lebendig werden. Plötzlich waren Jupiter, Mars und Minerva keine fernen Namen aus dem Geschichtsbuch mehr.
Erst danach begann der gemütliche Teil des Abends: Über den glühenden Flammen wurden Stockbrote gebacken, deren Duft sich mit dem Rauch des Feuers vermischte. Lachen, Gespräche und das warme Licht der Flammen machten diesen Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis – zu einem Moment, in dem Geschichte nicht nur gelernt, sondern mit allen Sinnen erlebt wurde.
Die Klassenfahrt nach Regensburg war damit weit mehr als nur eine Reise in eine andere Stadt. Sie wurde zu einer spannenden Zeitreise durch Antike und Mittelalter, zu einem gemeinsamen Abenteuer voller Entdeckungen, neuer Erfahrungen und unvergesslicher Erinnerungen, die den Schülerinnen und Schülern der 7c und 7d sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden.

