Safer Internet Day
von Florian Leusser
Am 10. Februar beteiligten sich die 8. Klassen der Realschule Lohr am bundesweiten Safer Internet Day. Seit dem Herbst arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe mit eigenen iPads im Unterricht. Damit verbunden ist für uns nicht nur die Vermittlung technischer Kompetenzen, sondern vor allem auch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen im digitalen Bereich.
Mit dem Aufkommen von Anwendungen wie ChatGPT hat sich die digitale Landschaft in kurzer Zeit deutlich verändert. Immer neue KI-Angebote entstehen und werden von Jugendlichen selbstverständlich ausprobiert und genutzt. Diese Dynamik zeigt: Digitale Entwicklungen müssen eingeordnet und gemeinsam reflektiert werden – in der Schule ebenso wie im Elternhaus.
Der Safer Internet Day 2026 stand unter dem Schwerpunkt, wie Künstliche Intelligenz – insbesondere in Form von Chatbots – unseren Alltag und unser Miteinander beeinflusst. Dabei ging es nicht nur um den Einsatz beim Lernen, sondern vor allem um die Frage, welche Rolle solche Programme im persönlichen Austausch spielen können. Inzwischen nutzen Jugendliche KI-Angebote teilweise auch für Gespräche, um für sie wichtige Fragen zu klären oder Nähe zu simulieren.
Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich bundesweit zahlreiche Schulen. Über 1.000 Schulen nahmen an der klicksafe-Schulstunde teil, in der mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler über Chancen und Grenzen sogenannter KI-Begleiter diskutierten. Auch an der Realschule Lohr griffen wir diese Impulse auf und setzten uns mit der Frage auseinander, wie viel „Beziehung“ in einer Maschine stecken kann – und wo klare Grenzen liegen.
In der Diskussion ging es nicht darum, KI-Anwendungen grundsätzlich schlechtzureden oder unnötige Sorgen zu wecken. Vielmehr wollten wir gemeinsam klären, wie solche Programme funktionieren, warum sich Gespräche mit einer KI teilweise sehr persönlich anfühlen und was das für Kinder und Jugendliche bedeuten kann. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wodurch unterscheiden sich echte Freundschaften von digitalen Gesprächen? Wo kann KI hilfreich sein – und wo stößt sie an ihre Grenzen? Ziel war es, Orientierung zu geben und die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, ihr eigenes Nutzungsverhalten bewusst zu reflektieren.
Der Safer Internet Day war für unsere 8. Klassen ein gelungener und wichtiger Impuls. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr interessiert und diskussionsfreudig – und es wurde deutlich, dass die Themenwahl in diesem Jahr den richtigen Nerv getroffen hat. KI spielt im Alltag junger Menschen längst eine Rolle, die über schulische Anwendungen hinausgeht.
Gleichzeitig war uns bewusst: Ein einzelner Projekttag kann nur ein Baustein sein. Medienbildung ist ein fortlaufender Prozess. Deshalb möchten wir auch künftig weitere Angebote entwickeln und Schritt für Schritt ausbauen, um unsere Schülerinnen und Schüler in einer sich schnell verändernden digitalen Welt verantwortungsvoll zu begleiten.

